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Musical, Spiritual, Water Music

Sommerkonzert der Chöre und Ensembles des HLG

Die Halle des HLG ist bis auf den letzten Platz gefüllt, als es auf einmal mucksmäuschenstill wird und neun junge Sängerinnen mit ihrer Chorleiterin Regina Bojack die Bühne betreten. Sie eröffnen den Abend und entführen das Publikum in die Welt des Musicals und der Filmmusik. „We are strong,“ singen die Mädchen des  7/8er-Chors aus dem Film „Cinderella“.  Hell und klar erklingen die Sopranstimmen der Mädchen und überzeugen auch im zweistimmigen Gesang. Beim Medley aus dem Musical „Aladdin“ erhalten die Mädchen Verstärkung: Den Part des Aladdin übernimmt der Achtklässler David Heurich. Charmant setzt er sein Schauspieltalent ein und lädt das Publikum ein „to another Arabian Night.“ Im Aladdin-Medley, wie auch im darauffolgenden ABBA-Medley, zeigen die jungen Musikerinnen ihr breites Repertoire und ihre technische Raffinesse: Sie singen mehrstimmig, wechseln in den Sprechgesang, singen verschiedene Melodiestränge parallel, verringern das Tempo oder werden schneller und achten dabei präzise auf das Dirigat ihrer Chorleiterin.

Die zehn jungen Damen, die im Anschluss die Bühne betreten, gehören der Ensemble-AG des HLG an. Unter der Leitung von Corinna Liebler beginnen die jungen  Musikerinnen mit dem „Lied ohne Worte op.30,3“ von Felix Mendelsohn-Bartholdy. Gefühlvoll eröffnet Julia Steinhauser mit der Querflöte das Thema, um es dann an Johanna Friedrich, Klarinette, und die Violinen weiterzugeben. Mit den bekannten Melodien von Jerry Bock – „Tradition“, „If I were a rich man“ und „To life“ aus dem Musical „Fiddler on the roof“ – zeigen die Mädchen, wie tief ihr Verständnis für Musik ist. Bei den von russischen und jüdischen Tönen und Melodien geprägten Stücken stellen die jungen Musikerinnen mit ihren präzisen Einsätzen zum einen ihr technisches Können unter Beweis und zum anderen ein musikalisches Gehör und Gefühl, das für ein perfektes Zusammenspiel nötig ist.  Auch dieses Mädchenensemble erhält beim letzten Stück, einem Medley von Melodien aus der „West Side Story“, männliche Verstärkung durch Rimu Frank am Schlagzeug/Percussion. Melancholisch, gefühlvoll, rhythmisch exakt und technisch präzise wechseln die verschiedenen Themen von Solistin zu Solistin und enden schließlich gemeinsam.

Der ELFEN-Chor präsentierte beim diesjährigen Sommerkonzert unter der Leitung von Klaus Müller einige Spirituals aus dem Süden der Vereinigten Staaten. Spirituals sind geistliche Lieder, die vor allem am Ende des 19. Jahrhunderts, also schon vor weit über hundert Jahren, von den ehemaligen schwarzen Sklaven geschrieben wurden. Darin haben sie ihre ganz grundlegenden Lebenserfahrungen verarbeitet, wie z.B. Schmerz und die Hoffnung auf Erlösung in „Sometimes I feel like a motherless child“ oder dem Choral „We shall walk in the valley of peace.“  Die Sängerinnen und Sänger des ELFEN-Chores erzeugen bei diesen Liedern eine melancholische, warme, idyllische und ruhige Atmosphäre. Bass, Tenor, Alt und Sopran wechseln sich ab, ergänzen sich und verleihen dem Text Nachdruck, wenn alle gleichzeitig im unisono singen. In den Texten und der Musik der Spirituals kommen aber auch oft hoffnungsvolle und freudige Aspekte vor, so etwa in „Deep river“, „Swing low“ oder „I’ll fly away“. Leicht gelingt es dem Chor, begleitet von Bea Michalski am Klavier, die Freude auf einen besseren Ort, die im Lied besungen wird, auf das Publikum zu übertragen. Locker, leicht und unbedarft wechseln Männer- und Frauenstimmen sich ab, um bei „I’ll fly away“ in einem fulminanten Schlussakkord zu enden, der dem Publikum das Gefühl vermittelt, in einer amerikanischen Südstaatenkirche zu sitzen.

Der gemeinsame Auftritt von Schulchor und Schulband des HLG unter der Leitung von Klaus Müller und Michael Kallenberger stand unter dem Motto „water music“. Aus den Bereichen Gospel, Jazz, Pop und Rock waren die größten Hits versammelt, die es zum Thema „Wasser“ gibt. Das Spiritual „Wade in the water“ knüpft thematisch an den ELFEN-Chor an. Mit „Agua de beber“, einem Bossa-Nova Song, entführen Schulchor und Schulband das Publikum in den Latinjazz und singen eine der schönsten Liebeserklärungen: „Ohne Dich würde ich vertrocknen wie eine Pflanze ohne Wasser.“ Die Hits von Adele, „Water under the bridge“, TLC „Don’t go chasing waterfall“ oder Simon & Garfunkels „Bridge over troubled water“ sind Ohrwürmer, die sicherlich jeder schon einmal gehört hat. Langsam, schnell, mehrstimmig, einstimmig, leise, laut – die jungen Musikerinnen und Musiker können alles  und es fällt ihnen so leicht, dass es problemlos möglich ist, parallel eine Choreographie zu tanzen, einstudiert von den Schülerinnen Marla Madsen, Malin Rauser, Susanne Hahnel, Christina Zeile und Natalie Autenrieth.

Zum Höhepunkt des Abends wird Melissa Etheridges Song „Somebody bring me some water“ mit der Solistin Naomi Shankaya. Die Bühne teilt sich, das Publikum hat nun freien Blick auf die Schulband, die bisher immer im Hintergrund agiert hat. Ben Kruska beginnt mit dem Gitarren-Intro und Naomi Shankaya singt die erste Strophe allein. Ihre tiefe, warme Stimme setzt sicher ein und zieht das Publikum sofort in ihren Bann. Chor und Band kommen dazu und ein Feuerwerk ist entfacht. Es gelingt der Solistin, dem Chor und der Band die innere Zerrissenheit, die das Lied thematisiert, musikalisch darzustellen und mit diesem Rocksong die Halle des HLGs zum Beben zu bringen.

Vielen Dank an die Chöre und Ensembles unserer Schule sowie an ihre Leiterinnen und Leiter für diesen rundum gelungenen Abend, der einmal mehr gezeigt hat, wie breit unsere Schule musikalisch aufgestellt ist und wieviel Freude das gemeinsame Musizieren allen Beteiligten bereit.

Schools‘ Day 2019

Auftritt des Schulchors und der Schulband

 

Auch in diesem Jahr – das sechste Mal in Folge – nahm das HLG am Schools‘ Day im Forum in Ludwigsburg teil. Im Rahmen dieser Veranstaltung boten die Schlossfestspiele Ludwigsburg ihren Bildungspartner-Schulen einmal mehr die Gelegenheit, ihr musikalisches Können und ihre Begeisterung für die Musik unter Beweis zu stellen.

 

In diesem Jahr hatten sich der Schulchor unter Leitung von Klaus Müller und die Schulband um Michael Kallenberger zu einem Projekt zusammengefunden und sich das Thema „water music“ auf die Fahne geschrieben. So boten sie einen abwechslungsreichen „feuchten“ Mix aus Pop- und Rockmusik, darunter Adeles Hit „Water Under The Bridge“, den Softrock-Klassiker „Bridge Over Troubled Water“ von Simon and Garfunkel oder den Song „Don’t Go Chasing Waterfalls“ des R&B- und Hip-Hop-Trio TCL, der unter anderem auch von Bette Midler interpretiert wurde. Das Programm, das mit dem Spiritual „Wade In The Water“ begann, mündete in eine mitreißende Interpretation von Melissa Etheridges vielleicht bekanntestem Rocksong „Somebody Bring Me Some Water“, bei dem Naomi Shankaya als Solistin brillierte. Auch diesmal gab es für das Publikum nicht nur einiges zu hören, sondern auch zu sehen: Für die Choreographie, die während der AG-Tage Mitte April einstudiert wurde, zeichneten sich Natalie Autenrieth, Susanne Hahnel, Marla Madsen, Marlin Rauser und Christina Zeile verantwortlich. Am Ende gab es viel Applaus für den schwungvollen Auftritt der 47 Schülerinnen und Schüler sowie ihrer beiden Musiklehrer, denen man die Freude am gemeinsamen Singen und Musizieren deutlich ansah.

 

Das Goethe-Gymnasium, das den musikalischen Abend eröffnete, trat in diesem Jahr mit seinem Mädchenchor auf, der ein frühlingshaftes Programm mit Liedern von Claude Debussy, Felix Mendelssohn und Robert Schumann darbot. Mit einem Weltmusik-Projekt begeisterte die Jugendmusikschule Ludwigsburg, in dessen Rahmen sie schottische, türkische, kurdische und italienische Volkslieder zu Gehör brachte, gesanglich eindrücklich dargeboten von ihrer Sängerin Sila Yumrutepe. Die vierte Partnerschule der Schlossfestspiele, das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium Stuttgart, entsandte sein versiertes Streicherensemble, das das Konzert für Marimba (äußerst beeindruckend als Solistin Kaja Wlostowska) und Streicher des zeitgenössischen französischen Komponisten Emmanuel Séjourné zur Aufführung brachte.

 

Das HLG dankt den Schlossfestspielen Ludwigsburg, allen voran ihrem scheidenden Intendanten Thomas Wördehoff, für die Organisation des diesjährigen Schools‘ Day und für die Möglichkeit, dass Ensembles unserer Schule wieder vor einem breiten Publikum auftreten durften.

 

Vera Rackebrandt

Charleys Tante

Die Theater-AG II des Helene-Lange Gymnasiums präsentiert am Donnerstag, 6. Juni 2019 um 19.30 Uhr  „Charleys Tante“ von Brandon Thomas in der Halle des HLG.

Der Eintritt ist frei.